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Silberstandard

Silberstandard - eine Übersicht

Der Silberstandard war ein Standard im Währungssystem, das auf einer bestimmten Menge des Edelmetall Silbers basierte. Als eines der ältesten und gebräuchlichsten Währungsmetalle war Silber eine naheliegende Wahl für den Standard, doch aufgrund von Nachteilen wandten sich viele Länder bald stattdessen dem Goldstandard zu.

Definition des Silberstandards

Der Silber Standard war ein internationales Währungssystem. In diesem System wird der Wert einer Währung - Münzen und Papiergeld - auf eine festgelegte Menge Silber festgelegt und in Silber ausgedrückt. Die Währungsinhaber hatten entweder das genaue Gewicht in Silber oder konnten theoretisch ihr Geld gegen den entsprechenden Wert in Silber eintauschen.

Der Silberstandard wurde von vielen Nationen weltweit verwendet, bevor er durch den ähnlichen Goldstandard abgelöst wurde. Heute sind internationale Währungen jedoch Fiat-Währungen, d.h. Währungen, deren Wert einfach von der ausgebenden Regierung oder der jeweiligen Zentralbank des Landes garantiert wird. Fiat-Währungen sind nicht von dem Preis eines Rohstoffes wie beispielsweise Gold oder Silber abhängig.

Geschichte der Silberwährung

Die Ursprünge des Silberstandards gehen auf die erste Verwendung von Münzen zurück. Frühe Gold- und Silbermünzen wurden allein aufgrund ihres Edelmetallgehalts bewertet - der Nennwert dieser Anlagemünzen war identisch mit dem Wert des darin enthaltenen Metalls. Das Pfund Sterling wurde ursprünglich so benannt, weil es dem Gegenwert von 240 Silberpfennigen entsprach, die ein Pfund Silber wogen. Bis in das Jahr 1871 galten Silbermünzen zum großen Teil als Zahlungsmittel. Im Jahre 1871 wurde im mitteleuropäisch- deutschsprachigen Raum der Silber-Standard gemäß des Wiener Münzvertrags von 1857 durch den Goldstandard der Mark deutscher Währung ausgetauscht.

Für den großen internationalen Handel bedeutete die Verwendung von Edelmetall, dass das physische Gewicht der Silbermünzen extrem hoch war und so der Transport einer großen Anzahl schwerer Silbermünzen war unpraktisch, da sich der Handel über die ganze Welt ausweitete. Um Austausch und Handel zu erleichtern, wurden stattdessen leichte Münzen aus verschiedenen Metallen verwendet. Diese waren im Tausch gegen die schwereren, wertvolleren Edelmetalle einlösbar, die sich im Besitz des Herrschers befanden, der die Münzen ausgab. Solche Münzen werden als Münzen mit symbolischem Wert bezeichnet. Mit der Zunahme des internationalen Handels, insbesondere im späten 19. Jahrhundert, setzte sich die Erkenntnis durch, dass Umlaufmünzen keinen eigentlichen physischen Wert mehr besaßen, sondern lediglich einen Wert darstellten, der entweder gegen Silber oder Gold eingetauscht werden konnte. Bei einem festgelegten Silberstandard, bezieht sich der Wert eines Handelsguts über seinen Tauschwert in Silbermünzen im Verhältnis zu deren
Feinsilbergehalt.

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Silbermünzen heute

Heutzutage werden Silbermünzen weltweit nicht mehr als Zahlungsmittel verwendet. Jegliche Umlaufmünzen enthalten auch kein Silber mehr. Jedoch werden heute noch von unterschiedlichen Regierungen auf der ganzen Welt Münzen geprägt und herausgebracht, die als gesetzliche Zahlungsmittel gelten. Hierbei handelt es sich um sogenannte Silber- und Goldanlagemünzen, die als Anlagemittel für Sammler und Anleger bestimmt sind. Aufgrund ihres Metallgehaltes weisen derartige Münzen einen weitaus höheren Wert auf als ihr Nennwert. Da es sich bei diesen Münzen um ein gesetzliches Zahlungsmittel handelt, sind die Steuervorteile gegenüber der gleichen Menge an Gold-oder Silberbarren nicht zu verachten.

Nachteile eines Silberstandards

Das hauptsächliche Problem bei einem Silberstandard ist der niedrige Wert des Metalls. Um eine Gleichheit zum Metallwert zu erhalten, können Silbermünzen physisch groß und schwer werden.

Da Gold- und Silberpreise sich ständig verändern und somit steigen oder fallen können, ist es für jede Regierung und für die Zentralbanken einer jeden Regierung ein großes Problem, einen Gold- oder Silberstandard zu halten. Ein Beispiel hierfür war der enorme Preisabfall des Goldes in den Vereinigten Staaten von Amerika nach dem kalifornischen Goldrausch. So überragte der physische Metallwert von Silbermünzen ihren Nennwert. Aus diesem Grund veranlasste die damalige US-Regierung, dass zahlreiche Silberdollar aus dem Verkehr gezogen wurden, um sie in Ausland in Silberbarren umschmelzen zu lassen. Finanzielle Flexibilität und die Möglichkeit der Regierungen, Zinssätze festzulegen, wird durch Gold- und Silberstandards eingeschränkt.

Wann endete der Silberstandard?

Heutzutage wird der Silberstandard von keinem Land der Welt mehr verwendet. China und Hongkong waren die letzten Nationen, die einen Silberstandard verwendeten und ihn dann im Jahre 1935 aufgaben. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Nationen bereits zu einem Goldstandard übergegangen.

Die Geschichte des Silberstandards ist eng mit dem Schicksal der deutschen Taler-Münze verbunden. Fast 400 Jahre lang war der Taler die herausragende europäische Münze. Im Jahre 1871 zog Reichskanzler Bismark den deutschen Silbertaler zurück. Er wurde durch die Goldmark ersetzt; damit wurde Deutschland von einem Silberstandard zu einem Goldstandard. Vor dieser Zeit hatte Silber mehr als ein Jahrhundert lang im Verhältnis von etwa fünfzehneinhalb zu eins einen Wert zu Gold behalten. In Bezug auf das reine physische Volumen hatte der Übergang von Silber zu Gold damals sehr greifbare und praktische Vorteile. Die hohe Dichte von Gold bedeutete, dass Münzen bei gleichem Gewicht weitaus
kleiner sind als ihr Silberäquivalent.

Großbritannien war bereits 1816 zu einem Goldstandard übergegangen, und der Umschwung Deutschlands von Silber auf Gold verursachte einen gewaltigen Wertverlust von Silber. Die Vereinigten Staaten gaben den Silberstandard 1861 auf und waren 1893 praktisch zu einem Goldstandard übergegangen. In den dazwischen liegenden Jahren hatte es sich um ein virtuelles Bi-Metallsystem gehandelt, d.h. eine Währung, die sowohl an Silber als auch an Goldwerte gebunden war.

Mit dem Wertverlust von Silber wurden Silbermünzen auf der ganzen Welt zu einer an einen Goldstandard gebundenen Wertmarke; sie waren nicht mehr ihren Wert in Silber wert, sondern stellten einen Wert in Gold dar. Nach dem Silberstandard setzte sich der Goldstandard in verschiedenen Ausprägungen bis 1973 fort. In diesem Jahr gaben die Vereinigten Staaten unter Richard Nixon den Goldstandard auf, und reine Fiat-Währungen wurden zur weltweiten Norm.

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